Das Leben im Kleingarten - Thomas erzählt und teilt 3 gute Tipps

Warum Thomas sich für einen Kleingarten entschieden hat – und tolle Tipps, wie man am meisten aus ihm macht

Wir besuchten Thomas an einem warmen, sonnigen Freitag im Mai in seinem Kleingarten im Gartenverein Kirkevangen in Aarhus. Ein bereicherndes Erlebnis in einer herrlichen Oase mit einem bodenständigen Menschen. Thomas empfing uns mit offenen Armen – und packte sofort mit an, als wir mit unserer ganzen Ausstattung vor Ort antanzten. Ein in jeder Hinsicht angenehmes erstes Treffen.

In seinem Kleingarten ließen wir uns auf seiner selbst gebauten Holzterrasse nieder und tauschten uns eingehend miteinander aus. Als wir dann zwei Stunden später wieder zusammenpackten und die Gartenpforte hinter uns zumachten, waren wir nicht nur klüger. Wir fühlten uns auch innerlich reicher von all den vielen Geschichten, die Thomas uns erzählt hatte.

 

Nicht vergessen die Tipps von Thomas am Ende des Blogs abzuchecken!

 

Eine Freistätte, in der die Zeit stillsteht

Obwohl er als Unternehmer Eigentümer einer IT-Firma ist, genießt Thomas das Dasein ohne Elektrizität und Internet im Kleingarten. Hier ist Auszeit von all dem, was den Alltag hektisch macht. Wenn man Thomas heißt, gibt es immer unzählige Dinge, um die man sich kümmern muss, denn er liebt es tausend Eisen im Feuer zu haben. Im Kleingarten ist er jedoch fast völlig frei von allem. Aber auch nur fast, denn er ist Vorsitzender des Vereins und oft unterwegs, um die Kleingärten in anderen Vereinen zu besichtigen und zu beurteilen. Und problemfrei ist es auch nicht immer, in einem Schrebergartenverein zu sein. Auch hier gibt es Nachbarn wie in regulären Wohngebieten und damit eben auch mal Streitigkeiten.

 

- „Damit muss man halt leben. Wie ich immer sage: Der Vorsitzende kriegt es an den Hut. Man kann es eben nicht allen recht machen. Das muss man schon einsehen, bevor man den Posten annimmt.“

 

Aber warum denn dann überhaupt einen Kleingarten haben? Thomas gibt klare Antworten: Ganz einfach um mehr vom Leben zu haben. Aber auf die langsame und entspannte Art und Weise:

- „Es ist, als würde die Zeit hier langsamer vergehen. Und so fühlt man, dass man mehr vom Leben hat, wenn man hier ist.“

Der Kleingarten ist persönlich

Die Holzterrasse, auf der wir sitzen, hat Thomas selbst gebaut (mit dem Beistand von einem seiner netten Kleingarten-Nachbarn). Im Schrebergarten stehen deutlich Gemütlichkeit und Entspannung im Zentrum. Wir sitzen auf einer von ganzen drei Terrassen – und Thomas plant sogar eine weitere zwischen den Hochbeeten mit dem selbst gezogenen Gartengemüse. So besteht der Kleingarten aus mehreren „Räumen“, in denen man es sich gemütlich machen oder entspannen kann. Was besonders angesagt ist, wenn die Großfamilie auf Besuch kommt. Überall fällt der Blick auf Gas- und Kohlegrills, die rundum im Garten stehen. Zutaten, Zubereitung und das Essen selbst spielen für Thomas eine große Rolle. Vor seiner Zeit als IT-Unternehmer, war er Koch. Und es kribbelt ihm schon mal in den Fingern, zu seinen Töpfen zurückzukehren.

Globetrotter

Die Einrichtung des Häuschens ist auch sein Werk. Seine Frau macht den Garten, während er sich als Innenarchitekt drinnen abgibt. Hier hängen Jagdtrophäen und Souvenir von den vielen Orten auf der ganzen Welt, die die beiden schon besucht haben.

- „Ich bringe fast immer irgendetwas von unseren Reisen mit. Wie meine Frau so schön sagt: Das kommt in den Kleingarten. Zu Hause will ich das nicht sehen! Irgendein Ding muss ich immer mitbringen – und einen Kühlschrankmagneten! Der ist super wichtig – er ist immer das erste, was ich im Urlaub kaufe!“

Thomas plant die Reisen immer selbst – er liebt es, Zeit damit zu verbringen, das beste Restaurant, die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und das preiswerteste Hotel auszumachen.

Was ist am wichtigsten, wenn man Kleingärtner werden will?

Die Antwort ist leicht: erkenne, dass du niemals fertig wirst. Es gibt immer mehr zu tun, ein Projekt in Angriff zu nehmen. Mit anderen Worten: vergiss Perfektion. Besonders wenn man nicht dicht am Kleingarten wohnt und viele Stunden arbeitet. Aber gerade dann gilt es zu bedenken, dass der Kleingarten eine Freistätte ist. Dass es gilt, den Stress und die Frustrationen an der Gartenpforte abzulegen und ganz einfach das Leben zu genießen, während man im Garten ist.

Zusammenhalt und Kleingartenkultur

Es ist deutlich, dass die Kleingartenkultur Thomas viel bedeutet. Unter anderem weil sie dazu beiträgt, den Freiraum zu schaffen, den der Kleingarten darstellt. Aber was ist Kleingartenkultur denn eigentlich? Ja, wenn man Thomas fragt, dann ist es das spezielle Feeling, das einen ergreift, wenn man im Schrebergarten ist:

- „Das wichtigste ist der ursprüngliche Kleingartengedanke. Als einen Ort, an dem man sich trifft und es sich gemütlich macht.“

 

Die Kleingartenstimmung im Gartenverein Kirkevangen kommt besonders in der entspannten Mentalität zum Ausdruck. Wie z. B. durch das nicht offizielle Maskottchen des Gartenvereins: der Katze Ole Henriksen.

- „Wir haben sogar unsere eigene Katze for Ort. Ole Henriksen – so heißt sie wirklich. Sie gehört uns allen und ihr gehören sämtliche Gärten.“

 

Gibt es ihn denn immer noch, den ursprünglichen Kleingartengedanken? Im Gartenverein Kirkevangen ja, sagt Thomas selbstsicher. Das gilt aber nicht überall. Und hier bekommen die Jüngeren einen an den Hut:

- „Seitdem man ganze 50 m2 bebauen darf, ähnelt alles mehr und mehr Ferienhäusern und man interessiert sich nicht mehr sosehr für einander, wie hier bei uns. Heutzutage kaufen gerade viele junge Leute Kleingärten, aber ihnen fehlt das „ich lauf mal eben zum Nachbarn rüber“, dass wir anderen hochhalten.“

 

Es sind jedoch nicht nur die jüngeren Generationen und neuen Bauregelungen, die den Kleingartengedanken herausfordern – es handelt ebenso sehr von dem konstanten Druck, unter dem die Leute leben. Die Botschaft ist klar: immer mit der Ruhe! Genieße dein Leben, bevor es zu Ende ist.


Beim Verlassen des Kleingartens sind wir nicht mehr im Zweifel, warum Thomas das Leben als Kleingärtner gewählt hat: hier hat er eine Freistätte. Frei vom täglichen Stress und eine Oase mit einer eigenständigen Kultur, solange man gewillt ist, an ihr teilzunehmen und sie vor dem Verschwinden zu schützen: die Kleingartenkultur.

Drei Tipps von Thomas:

  1. Ihr Garten ist Ihr persönlicher Freiraum.
  2. DIY – das gibt Selbstvertrauen und Zufriedenheit!
  3. Sprechen Sie mit Ihrem Nachbarn über die Hecke und treffen Sie sich mit ihm – das gilt nicht nur für Kleingärtner, sondern für alle: Gartenbesitzer, Hausbesitzer und Leute, die in Wohnungen wohnen. Zusammenhalt ist wichtig, kommt aber leider nicht von allein.

 

Und was macht Thomas diesen Sommer? Aber klar doch: Er verbringt ihn natürlich in seinem Kleingarten!